Werte bündeln unausgesprochene Erwartungen an ein bestimmtes Handeln, gekoppelt mit qualitativen Bewertungen (gut, schlecht u.a.) und deutlichen Emotionen. (Oestereich/Schröder 2017, S.234)

Werte und Einstellungen sind erlernt und zwar durch formale Erziehung und Ausbildung sowie durch die Vielzahl menschlicher Kontakte innerhalb und außerhalb der Arbeitswelt. Das individuelle Wertsystem und die Einstellungen eines Menschen prägen ganz entscheidend die Wahrnehmung seiner Umwelt, von Handlungsalternativen und von Handlungsfolgen, und somit sein Entscheidungsverhalten. „Ein Wert ist eine Auffassung (explizit oder implizit), die ein Individuum oder eine Gruppe von Wünschenswerten hegt, und welche die Wahl möglicher Verhaltensweisen (Anm. Normen), Handlungsalternativen und -ziele beeinflusst“. (Staehle/Conrad/Sydow 1999, S.173)

Unsere Werte bilden wir während unserer Sozialisation in sozialen Systemen wie unserer Herkunftsfamilie, Schulen, Berufsleben, Gesellschaften und jeweiligen Kulturkreisen. Gerald Hüther (Hüther2011) führt in diesem Zusammenhang den Begriff des sozialen Gehirns ein. Werte beeinflussen meistens unbewusst unsere Entscheidungen und unser situatives Verhalten. (Oestereich/Schröder 2017, S.234)

Werte beziehen sich auf Vergangenes und dienen in der Gegenwart als unbewusster Ratgeber fĂĽr zukĂĽnftiges Verhalten. (Oestereich/Schröder 2017, S.234)

Quellen:

  • Oestereich, Bernd; Schröder, Claudia (2017): Das kollegial gefĂĽhrte Unternehmen. Ideen und Praktiken fĂĽr die agile Organisation von morgen. 1st ed. MĂĽnchen: Vahlen. Online verfĂĽgbar unter https://kollegiale-fuehrung.de/
  • Staehle, Wolfgang H.; Conrad, Peter; Sydow, Jörg (1999): Management. Eine verhaltenswissenschaftliche Perspektive. 8. Aufl.