Als besonders leistungsfähiger Ansatz zur Erklärung der gegenseitigen Anpassungsprozesse Individuum – Organisation hat sich die soziologische Rollentheorie bewährt. (Staehle/Conrad/Sydow 1999, S.271)

Horizontale und vertikale Differenzierung sozialer Systeme (https://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Differenzierung) ergeben Stellen, die unabhängig von dem (potentiellen) Stelleninhaber geschaffen werden. Ist der Stelle innerhalb einer Organisation ein bestimmter Platz zugewiesen, spricht man von Position. Jede Position ist mit einem bestimmten Status versehen, der angibt, welche Wertschätzung die Mitglieder eines sozialen Systems den bestehenden Positionen zuweisen. (Staehle/Conrad/Sydow 1999, S.271)

Hollander (1958) beschreibt den innerhalb einer Gruppe erworbenen Status als direkt abhängig vom Idiosynkrasiekredit (d.h. den Freiraum fĂĽr persönliche Eigenarten, Besonderheiten), der das AusmaĂź bezeichnet, bis zu dem ein Individuum von den Erwartungen der Gruppe abweichen darf, ohne Sanktionen befĂĽrchten zu mĂĽssen. Die Höhe des durch die Gruppe gewährten Kredits fĂĽr eigenes idiosynkratisches Verhalten sagt dann etwas ĂĽber die Höhe des Status innerhalb der Gruppe aus. (Staehle/Conrad/Sydow 1999, S.271)

đź“– d. h. entscheiden

Der Duden definiert das Verb „entscheiden“ als „in Bezug auf etwas den Ausschlag geben“ oder „nach PrĂĽfen, Vergleichen oder kurzem Besinnen in einem Entschluss seine Wahl auf jemanden, etwas festlegen„. (https://www.duden.de/rechtschreibung/entscheiden) Hier ist auch die Erklärung des Englischen Verbs „to decide“ hilfreich. Merriam-Webster schreibt „to make a final choice or judgment about“ oder „to select… weiterlesen →

Während der Status das mehr oder weniger stabile, ĂĽberdauernde Ansehen einer Position beschreibt, dient das Konzept der Rolle dazu, das Verhalten des Positionsinhabers konkret vorzuschreiben. Die Rolle bezeichnet ursprĂĽnglich die Pergamentrolle, auf der der Text fĂĽr den Schauspieler steht, und wird heute umgangssprachlich noch mit dieser Wurzel in Zusammenhang gebracht, wenn man von einem Mitmenschen sagt, er habe seine Rolle als … schlecht gespielt. (Staehle/Conrad/Sydow 1999, S.272)

Die Beschreibung und Definition einer Rolle muss jederzeit einfach und aktuell für alle zugänglich sein, weil sonst die Kooperationsfähigkeit der Organisation leidet. (Oestereich/Schröder 2019, S.132)

Quellen:

  • Oestereich, Bernd; Schröder, Claudia (2019): Agile Organisationsentwicklung. Handbuch zum Aufbau anpassungsfähiger Organisationen. 1. Auflage. MĂĽnchen: Vahlen, Franz.
  • Staehle, Wolfgang H.; Conrad, Peter; Sydow, Jörg (1999): Management. Eine verhaltenswissenschaftliche Perspektive. 8. Aufl.