In der Realit├Ąt f├╝hrt man ├╝berwiegend aus einem eher vorgesetztenzentrierten Verst├Ąndnis heraus. Man hat immer noch die klassischen F├╝hrungsvorstellungen, die nach wie vor Nachahmer finden. Es wird lediglich behauptet, man m├╝sse dar├╝ber reden, man m├╝sse versuchen, zu einer gemeinsamen Entscheidung zu kommen. (Bolten 2013, S.38)

Das, was F├╝hrungskr├Ąfte tun, und wie sie handeln, muss ÔÇô wollen sie langfristig Erfolg haben ÔÇô auch ihrem Denken und Sinn entsprechen. Andernfalls wird F├╝hrungsidentit├Ąt f├╝r Mitarbeiter nicht wirklich erkennbar. (Bolten 2013, S.38)

Exkurs Kontinuum-Theorie

F├╝hrungsprinzipien

Die Prinzipien der F├╝hrung beschreiben, welche Haltung dabei eingenommen werden sollte, um wirksam ÔÇô also effektiv ÔÇô zu sein. Die Prinzipien sind als Ganzheit zu sehen, die bei allen Aufgaben zu ber├╝cksichtigen sind. In der Ausf├╝hrung der Aufgaben wird sichtbar, wie… weiterlesen →

Bei kooperativer F├╝hrung m├╝ssen Vorgesetzte andere F├Ąhigkeiten zeigen als bei autorit├Ąrer F├╝hrung. Treffen sie am Ende kooperativer Prozesse letztendlich autorit├Ąr eine Entscheidung, dann m├╝ssen sie die Kompetenz haben, selber entscheiden zu k├Ânnen. Bei rein kooperativer F├╝hrung m├╝ssen sie die Kompetenz haben, eine Entscheidung herbeizuf├╝hren, was kommunikative F├Ąhigkeiten voraussetzt. (Bolten 2013, S.39)

Erfolgreiche Vorgesetzte k├Ânnen beides und werden beides je nach Situation tun. ÔÇ×MachtÔÇť haben hei├čt auch Verantwortung ├╝bernehmen. Am Ende m├╝ssen sich Vorgesetzte im jeweiligen Einzelfall bewusst f├╝r ihren Weg entscheiden. Fragen, die sie sich zu beantworten haben, lauten: „Womit fahre ich besser, welches Verhalten f├╝hrt zum besseren Ergebnis?“ (Bolten 2013, S.39f)

Es muss also jemanden geben, der letztlich die Entscheidung trifft. Dieses Recht behalten sich Vorgesetzte auch bei kooperativer F├╝hrung vor. Letztendlich ist es auch hier der Chef, der entscheidet. (Bolten 2013, S.40)

Fachlichen und disziplinarischen Weisungsbefugnisse

Die fachlichen und disziplinarischen Weisungsbefugnisse leiten sich aus dem Direktionsrecht  des Arbeitgebers ab, dass den Arbeitnehmer dazu verpflichtet, den Anordnungen des Arbeitgebers im Hinblick auf die ihm im Rahmen seines Arbeitsverh├Ąltnisses ├╝bertragenen Aufgaben Folge zu leisten. Die Rechtsgrundlage hierf├╝r sind u. a. der ┬ž106 Abs. 1 GewO und der ┬ž315 BGB. (Vahs 2005, S.72)

Leitungsstellen verf├╝gen ├╝ber besondere Befugnisse gegen├╝ber anderen Stellen. Im Allgemeinen wird zwischen fachlichen und disziplinarischen Weisungsbefugnissen differenziert: (Vahs 2005, S.71)

  • Die fachlichen Weisungsbefugnisse beziehen sind auf die Art und Weise der Aufgabenerf├╝llung. Hierzu geh├Âren zum Beispiel Weisungen hinsichtlich der zu bearbeitenden Objekte, der Verrichtungsarten und -verfahren, des Sachmitteleinsatzes, des Ortes, des Zeitpunkts und -raums der Aufgabenerf├╝llung sowie der einzusetzenden Mitarbeiter.
  • Die disziplinarischen Weisungsbefugnisse umfassen personalpolitische Ma├čnahmen gegen├╝ber anderen Stellen. Dazu geh├Âren im Tagesgesch├Ąft u. a. die Anwesenheitskontrolle, die Regelung von Abwesenheits- und Urlaubszeiten, die Genehmigung von Dienstreisen und die Aussprache von Lob oder Tadel gegen├╝ber den unterstellten Personen. Langfristig beziehen sich die disziplinarischen Weisungsbefugnisse zum Beispiel auf die Einstellung oder die Entlassung von Mitarbeitern, die Aus- und Weiterbildung und die Gehaltsfindung.

Verh├Ąltnis zwischen den Disziplinar-(Linien-) und den Fachvorgesetzten

Vorgesetzter eines Mitarbeiters ist der Linienvorgesetzte. Bedingt das Aufgabengebiet eines Mitarbeiters besondere Fachkenntnisse eines Vorgesetzten oder ist es einem anderen F├╝hrungsbereich zugeordnet, so kann f├╝r den Mitarbeiter zus├Ątzlich ein Fachvorgesetzter bestimmt werden. Dabei bleibt die personelle und organisatorische Verantwortung f├╝r den Mitarbeiter bei dem Linienvorgesetzten, die betreffenden Fachverantwortung geht auf den Fachvorgesetzten ├╝ber. Die Kompetenzverteilung zwischen Linien- und Fachvorgesetztem soll durch Absprache festgelegt werden. Linien- und Fachvorgesetzter informieren und beraten sich gegenseitig. Dies gilt insbesondere bei Entscheidungen, die von der abgesprochenen Kompetenzverteilung abweichen. Hat einer der beiden Vorgesetzten Bedenken gegen eine solche Entscheidung des anderen und ist eine Einigung nicht zu erreichen, so entscheiden die jeweils vorgesetzten F├╝hrungsstellen. Unber├╝hrt bleibt das Recht der Zentralbereiche, Werksverwaltungen oder sonstigen Zentralstellen, in fachlichen Angelegenheiten, die f├╝r die Bayer AG oder ein Werk einheitlich geregelt werden m├╝ssen, Richtlinien herauszugeben (z. B. Einstellungsrichtlinien, Inventurrichtlinien). Hierdurch wird kein zus├Ątzliches Unterstellungsverh├Ąltnis begr├╝ndet. (Bayer AG (Hrsg.) (1991): Grunds├Ątze f├╝r F├╝hrung und Zusammenarbeit, entnommen aus Vahs 2005, S.72)

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Quellen:

  • Bolten, G├╝nter (2013): Auf der Suche nach F├╝hrungsidentit├Ąt. Orientierungshilfen f├╝r F├╝hrungskr├Ąfte. Wiesbaden: Springer Gabler.
  • Staehle, Wolfgang H.; Conrad, Peter; Sydow, J├Ârg (1999): Management. Eine verhaltenswissenschaftliche Perspektive. 8. Aufl.
  • Vahs, Dietmar (2005): Organisation. Einf├╝hrung in die Organisationstheorie und -praxis. 5. Aufl. Stuttgart: Sch├Ąffer-Poeschel.