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Team Dysfunktion 3: Fehlendes Engagement

Wenn es um Teams geht, ist Engagement die Summe zweier Werte: Klarheit und Zustimmung. Gute Teams treffen klare und rasche Entscheidungen und setzen sie dann unter vollständiger Zustimmung aller Teammitglieder um, auch derjenigen, die erst gegen die Entscheidung gestimmt hatten. Wenn die Teilnehmer aus einer Besprechung gehen, dann tun sie das in der Gewissheit, dass niemand im Team mehr heimlich Zweifel daran hegt, ob er die beschlossene Maßnahmen mittragen kann. (Lencioni 2014, S. 167)

Die zwei sichtigsten Ursachen für fehlendes Engangement sind der Wunsch nach Konsens und das Bedürfnis nach Gewissheit: (Lencioni 2014, S. 167 f.)

Ganz gleich, ob fehlendes Engangement durch ein Bedürfnis nach Konsens oder Gewissheit verursacht ist, es ist wichtig zu verstehen, dass in einem Management-Team ein fehlendes Engagement für klare Entscheidungen die weitreichende Konsequenz hat, dass sich die Uneinigkeit unentwirrbar auf die gesamte Organisation überträgt. Mehr als bei allen anderen Dysfunktionen bereitet sich diese gefährlich wellenförmig unter den Mitarbeitern aus. Wenn es einem Managementteam nicht gelingt, die Zustimmung aller Teammitgliedern einzuholen, werden selbst bei scheinbar kleinsten Differenzen die zugeordneten Mitarbeiter unweigerlich Probleme miteinander bekommen, weil sie den Marschbefehl zu interpretieren versuchen, die mit denen ihrer Kollegen aus anderen Abteilugen nicht genau übereinstimmen. Wie bei einem Wirbelwind entstehen dann aus kleinsten Differenzen zwischen Managern auf den obersten Ebenen einer Organisation gewaltige Diskrepanzen, wenn sie schließlich die unteren Ebenen der Mitarbeiter erreichen. (Lencioni 2014, S. 168 f.)

Ein Team, das sich nicht engagiert ...Ein Team, das sich engagiert ...
• lässt im Team Unklarheit über Richtung und Prioritäten entstehen.
• erlebt, dass sich aufgrund übertriebener Analyse und unnötig langen Zögerns das Fenster zu einer Gelegenheit wieder verschließt.
• sorgt für einen Verlust an Zuversicht und für Furcht vorm Scheitern.
• führt Diskussionen und Entscheidungsprozesse immer wieder neu.
• fördert Besserwisserei unter den Teammitgliedern.
• sorgt für Klarheit über Richtung und Prioritäten.
• versammelt das gesamte Team hinter gemeinsamen Zielen.
• entwickelt die Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen.
• nutzt Chancen, bevor die Konkurrenten es tun.
• kommt ohne Zögern voran.
• nimmt Richtungswechsel ohne Zögern und Schuldgefühle vor.

Überwindung durch: Weiterverbreitung der Botschaft (>10min)

Eine der Wertvollsten Übungen, denen sich ein Team stellen kann, nimmt nur wenige Minuten in Anspruch und ist absolut kostenlos. Am Ende einer Teambesprechung oder eines externen Workshops sollte das Team noch einmal explizit die wichtigsten Entscheidungen wiederholen, auf die sich die Gruppe geeinigt hat, und auch festlegen, was den Mitarbeitern oder sonstigen Adressaten darüber genau mitzuteilen ist. Oft stellen die Teammitglieder bei dieser Übung fest, dass sie in der Frage, worauf man sich geeinigt hat, gar nicht alle auf dem gleichen Level sind, und sich die gesamten Ergebnisse erst klarstellen müssen, bevor sie umgesetzt werden können. Darüber hinaus entsteht auf diese Weise auch Klarheit, welche Entscheidungen vertraulich bleiben und welche den Mitarbeitern schnell und umfassend mitgeteilt werden sollten. Und schließlich übermitteln Führungskräfte durch die Herstellung von Übereinstimmung zum Schluss einer Konferenz auch eine starke und willkommene Botschaft an Mitarbeiter, die bisher nur unklare oder gar widersprüchliche Mitteilungen von Managern gewohnt waren, die aus demselben Meeting kamen. (Lencioni 2014, S. 169 f.)

Überwindung durch: Termine

So einfach sich das auch anhört, eine der besten Werkzeuge, um Engagement herbeizuführen, ist die Festlegung genauer Termine, wann Entscheidungen zu treffen sind, sowie die disziplinierte und strenge Einhaltung dieser Termine. Der schlimmste Feind von Teams, die für diese Dysfunktion anfällig sind, ist Uneindeutigkeit. Der Zeitplan ist einer der entscheidendsten Faktoren, die klar und eindeutig sein müssen. Die Einigung auf Termine für Zwischenentscheidungen und Meilensteine ist dabei genauso wichtig wie der Endtermin, weil so gewährleistet wird, dass fehlende Übereinstimmung zwischen den Teammitgliedern aufgedeckt und behoben werden kann, bevor die Kosten dafür zu hoch werden. (Lencioni 2014, S. 170)

Überwindung durch: Analyse von Eventualitäten und Worst-Case-Szenarios

Ein Team, das mit dem Problem Engagement zu kämpfen hat, kann gegen diese Tendenz angehen, indem es vorab für eine Entscheidung, mit der es ringt, kurz Pläne für alle Eventualitäten oder besser noch das Worst-Case-Szenario durchspielt. Das ermöglicht es für gewöhnlich, Ängste zu reduzieren, da deutlich wird, dass man die Kosten einer falschen Entscheidung überleben kann und sie gar nicht so verheerend sind, wie man gedacht hat. (Lencioni 2014, S. 170)

Überwindung durch: Therapie bei geringem Risiko

Eine weitere zweckmäßige Übung für Teams, bei denen die Scheu vor einem klaren Engagement besteht, ist die Demonstration von Entschlossenheit in einer Situation mit relativ geringem Risiko. Wenn Teams sich zwingen, eine Entscheidung nach ausführlicher Diskussion, aber ohne gründliche Analyse oder Recherche zu treffen, stellen sie für gewöhnlich fest, dass die Entscheidung, die sie getroffen haben, viel besser ist al erwartet. Darüber hinaus lernen sie auch, dass die Entscheidung nach einer langen, zeitaufwendigen Untersuchung durch das Thema kaum anders ausgefallen wäre. Das soll nicht heißen, dass Recherche und Analyse unnötig oder unwichtig wären, sondern nur, dass Teams mit dieser Dysfunktion dazu neigen, sie zu überschätzen. (Lencioni 2014, S. 171)

Die Rolle der Führungskraft

Mehr als jedes andere Mitglied des Teams muss die Führungskraft sich bei dem Gedanken wohlfühlen, dass eine getroffene Entscheidung sich schließlich auch als falsch herauszustellen könnte. Und die Führungskraft muss die Gruppe ständig drängen, Themen zum Abschluss zu b ringen und sich an beschlossene Zeitpläne zu halten. Was die Führungskraft nicht darf, ist, zu viel Wert auf Gewissheit und Konsens zu legen. (Lencioni 2014, S. 171)

Quellen: