Führung ist eigentlich nur Mittel zum Zweck. Sie dient dazu, Ziele jenseits der Führung zu erreichen: z. B. ökonomischen Erfolg, Überleben des Systems usw. Führung hat zunächst keinen Selbstzweck, weshalb die Legitimationsfrage für Führungshandeln häufig unterschlagen wird. (Bolten 2013, S.15)

FĂĽhrung ist jener Prozess der Einflussnahme, welcher einerseits ein fĂĽr die GefĂĽhrten gĂĽnstiges Umfeld generiert und sie andererseits in der Wahrnehmung und Verarbeitung dieses Umfeldes so unterstĂĽtzt, dass sich die Auftretenswahrscheinlichkeit jenes zielgerichteten, selbstmotivierten und selbstkoordinierten Verhaltens der GefĂĽhrten erhöht, welches das Ăśberleben der Organisation als auch der beteiligten Individuen jetzt und in Zukunft sichert. (Pfister/Neumann 2019, S.59f)

FĂĽhrung ist zielgerichtete Einflussnahme und geschieht prinzipiell auf zweierlei Weise: (Berger 2018, S.78)

  1. Personale FĂĽhrung (Individuum)
  2. Strukturelle FĂĽhrung (Organisation)
Einflusssphären von Führungskräften (Berger 2018, S.78)

Führung ist kein eindimensionaler Prozess, sondern ein interaktioneller Prozess. Interaktion ist eine soziale Tatsache, eine Art soziales Grundgesetz der Führung. Interaktion ist die wesentliche Steuerungsplattform für Führungskräfte, die eine überwiegende Anzahl von Identitätswahrnehmungen bewirken soll. Sowohl in positiven wie in negativen Situationen können Interaktionen ihre Eigendynamik entwickeln. (Bolten 2013, S.58)

Siehe auch:

Quellen:

  • Bolten, GĂĽnter (2013): Auf der Suche nach FĂĽhrungsidentität. Orientierungshilfen fĂĽr FĂĽhrungskräfte. Wiesbaden: Springer Gabler.
  • Berger, Peter (2018): Was ist FĂĽhrung und was ist eine FĂĽhrungskraft? In: Peter Berger (Hg.): Praxiswissen FĂĽhrung. Berlin, Heidelberg: Springer Berlin Heidelberg, S. 77–82.
  • Pfister, Andres; Neumann, Uwe (2019): FĂĽhrungstheorien. In: Eric Lippmann, Andres Pfister und Urs Jörg (Hg.): Handbuch angewandte Psychologie fĂĽr FĂĽhrungskräfte. FĂĽhrungskompetenz und FĂĽhrungswissen, Bd. 40. 5., vollständig ĂĽberarbeitete Auflage. Berlin, Germany: Springer, S. 39–73.